Pisco Elqui / La Serena
Nach einer kurzen Nacht kommen wir am frühen Morgen des 08.04.2016 in La Serena an. Hier kaufen wir unsere Weiterfahrttickets nach Pisco Elqui. Auf das Valle de Elqui sind wir durch die Freundin von Melas und Christophs Vermieter in Santiago gestoßen. Sie erzählte uns, dass man dort besonders gut Sterne beobachten kann. Als mich Höni daraufhin mit seinen Rehaugen an schaute, konnte ich nicht nein sagen.
Von La Serena nach Pisco Elqui sind es 100km ins Landersinnere. Wir fahren an vielen Weinbergen und kahlen, hohen Bergen vorbei und die Sonne lacht mittlerweile von einem strahlend blauen Himmel.
Pisco ist ein wunderschöner kleiner Ort, der die Ruhe und Gelassenheit eines typisch chilenischen Dörfchens ausstrahlt. Unsere Unterkunft ist diesmal eine Cabaña, eine Art Ferienwohnung. Die ist bei unserer Ankunft noch nicht bezugsbereit, sodass wir geschlagene 3 Stunden am Pool ausharren müssen 😉 Ja, endlich ist es warm und ich kann meine kurzen Hosen wieder anziehen. Höni ist ja kein Temperaturmaßstab 🙂
Nach diesen anstrengenden Stunden am Pool (ich muss es einfach wiederholen…) regt sich bei mir bereits wieder der Hunger. Nicht weit entfernt finden wir einen süßen, kleinen Laden, in dem die chilenische Omi noch selbst Empanadas zubereitet. Hier befindet sich gleichzeitig ein Lebensmittelgeschäft und die Post des Ortes. Wir lassen uns die Empanadas am Plaza de Armas schmecken und genießen einfach, dass wir hier sind.
Weil uns die Höhenluft ein wenig zu schaffen macht, schlafen wir noch ein bisschen in den frühen Abend hinein. Danach wollen wir natürlich wieder etwas essen. Keine 100m von uns gibt es einen Minimarket, der seinem Namen alle Ehre macht -der Raum ist ca. 3,5m x 3,5m groß. Wir sagen der Verkäuferin, was wir kaufen möchten und sie holt es aus den Regalen. Ein bisschen wie in der Apotheke. Bezahlt wird natürlich bei einer anderen Frau. Auf unsere 1,2l fassende Bierflasche gibt es sogar Pfand.
Nach unserem Einkauf machen wir einen kurzen Abstecher bei Turismo Migrantes, buchen eine Tour für den nächsten Abend und lassen uns ein paar Wandertipps für die Region geben.
Der Samstagmorgen (09.04.2016) beginnt später als geplant (liegt bestimmt nicht an der Bierflasche, die wir geleert haben). Dennoch machen wir uns auf, den Mirador de Elqui zu erklimmen und dann dem Wanderweg folgend zur Destillerie Los Nichos zu laufen. Wir sehen auf dem Weg durch den Ort ein bisschen mehr von unserem Dorf und treffen auf einen Lebensmittelverkäufer, der seine Ware per Auto zu den Leuten bringt und sein Angebot per Megaphon anpreist: „Hay papas“ „Hay melones“ und so weiter. Bald darauf endet die befestigte Straße und wir laufen auf sandigem Boden immer höher und höher. Schnell werden wir von zwei Hunden begleitet, denen der Marsch nach oben deutlich leichter fällt. Da der Wanderweg nicht ausgeschrieben ist, müssen wir ein wenig suchen und sind auch auf die Hilfe von zwei Mädels angewiesen. Schließlich finden wir den Pfad, der nach links abgeht. Es dauert nicht lange und wir können einen ersten atemberaubenden Blick auf Pisco und das Tal werfen.
Wir haben nun die Möglichkeit einen leichten Weg zu gehen oder dem Mirador folgend nach oben zu steigen. Wir entscheiden uns natürlich für Letzteres. Wir wollen ja keine Luschen sein :-p Die wundervolle Aussicht entschädigt für den anstrengenden Aufstieg. Jedoch, je höher wir kommen umso schwerer findet sich der Weg, dem wir folgen sollen. Dieser Pfad wird zunehmend zu einem kleinen Streifen im Sand. Wir lassen uns nicht beirren und laufen weiter. Bis wir nur noch mit viel Fantasie einen Pfad erkennen können. Nach einigem Hin und Her des Überlegens entscheiden wir uns querfeldein nach unten zu laufen. Zum Glück ist der Boden recht sandig, sodass wir wie beim snowboarden einfach hinunterrutschen können. Da wir eine ziemlich große Staubwolke hinterlassen, habe ich Angst, dass uns die Carabinieros wegen Zerstörung des Berges verknacken. Aber es ist gerade Siesta… Wir rutschen so vor uns hin, Hindernissen ausweichend, als ich plötzlich Felsen unter meinen Füßen spüre. Ich will Höni warnen, dass es nun rutschig wird und bleibe dabei stehen. Dass das keine so tolle Idee ist, merke ich als sich Höni mit voller Breitseite hinlegt. Nach kurzem Schreck und schnellem Check: Höni hat nur ein paar Kratzer ab bekommen. *puhhhh*
Kurz vor dem Ziel, die Straße im Tal, stehen wir vor einem neuen Hindernis. Ein mit Stacheldraht bespannter Zaun. Ob nun Hunde oder andere Wanderer den Stacheldraht nahe des Bodens nach oben gedrückt haben, ist uns in diesem Moment egal. Rambomäßig kriechen wir unter dem Zaun hindurch – hier war der Mudiator vom letzten Jahr eine exzellente Vorbereitung – und wir sind nur noch ein paar Schritte von der Straße entfernt.
Da wir unsere Geldbeutel vergessen haben, müssen wir auf der Talstraße zurück nach Pisco laufen, um uns später die Destilliere anschauen zu können. Auf dem Weg erntet Höni zwei leckere Granatäpfel für uns.
Gegen 16Uhr nehmen wir einen kleinen Bus zur Destilliere und erwischen gerade noch so die letzte Führung. Die Tour ist auf spanisch, aber wir verstehen ein paar Brocken über die Herstellung etc. Das Wichtigste ist ohnehin die Verkostung am Ende. Der Pisco, der hier in Fondo Los Nichos hergestellt wird, ist in keinem Supermarkt zu kaufen. Eine der Sorten trifft leider nicht unseren Geschmack, dafür ist der Vino nectar umso köstlicher. Also wandert eine Flasche davon in unseren Rucksack (bezahlt, natürlich).
Um 20.30Uhr des gleichen Tages machen wir uns mit 10 anderen Personen auf zum Sternegucken. Mit einer alten Klapperkiste werden wir auf einen Hügel gefahren, der uns als Schauplatz dienen soll. Begrüßt werden wir von Javier, einem Astronomen, der bereits ein nettes Lagerfeuer und einen Pisco Sour für uns vorbereitet hat. Die sehr geringe Lichtverschmutzung lässt den Blick frei für den wunderschönen sterneübersäten Nachthimmel.
Javier zeigt uns durch sein Teleskop die wichtigsten Sterne, eine der Magellanschen Wolken und sogar den Planeten Jupiter. Sobald wir durch das Teleskop schauen, sind die Sterne so nah, dass wir das Gefühl haben mitten im Weltall zu sein. Wir erkennen Farben, Streifen des Jupiter und selbst da, wo eigentlich keine Sterne zu sehen waren, explodiert der Himmel förmlich vor Sternen.
Nach zwei Stunden machen wir ein Gruppenfoto und werden wieder mit der Klapperkiste ins Tal gebracht.
Der Sonntag (10.04.2016) ist eigentlich unser Abreisetag. Kurz vor 12 Uhr entscheiden wir uns noch einen Tag länger in Pisco zu bleiben. Wir chillen so vor uns hin, essen Eis und relaxen am Pool. Am Abend gehen wir aus. Das Restaurant hat aus Lehm bestehende Sitzbänke und der Boden ist mit Kieselsteinen bedeckt. Die Speisen sind lecker, aber machen nicht ganz satt. Dafür ist der Erdbeersaft ein Genuss.
Am Montag reisen wir tatsächlich ab und fahren zurück nach La Serena. Hier ist es deutlich kühler als in Pisco und der Himmel ist echt grau. Dafür ist unser Hostel sehr einladend. Die Stadt haut uns nicht wirklich vom Hocker, der Strand macht dagegen einen hübschen Eindruck. Um unsere Gelüste nach Süßem zu stillen genehmigen wir uns eine leckere Eisbombe. Und siehe da: meine Sahnehaube ist fast so groß wie Hönis.
Von Günter (der mit dem Motorrad) haben wir den Tipp erhalten, dass man von Serena nach Punta de Choros reisen kann, um Pinguine und andere tolle Tiere zu sehen. Diesmal sind es meine Rehaugen, die Höni schwach machen.
Also fahren wir am Morgen des 12.04.2016 mit einem kleinen Transporterbus 118km in Richtung Norden. Die Fahrt dauert knapp zwei Stunden.
Punta de Choros scheint ausschließlich vom Fischen und dem Tourismus zu leben. Die zwei vorgelagerten Inseln beherbergen sogar einen Nationalpark, der heute allerdings geschlossen ist.
Mit einem Motorboot werden wir und andere Gäste schnell zur ersten Insel „Isla Choros“ gebracht. Hier treffen wir auf die angepriesenen Tiere. Es sind sogar Pinguine dabei. Yeah, endlich Pinguuuus! Außerdem sehen wir Pelikane, Kormorane, Möwen und später auch einige Seelöwen. Wir sind super begeistert! Wir kommen echt nah an die Tiere ran und können alles mit unseren Kameras fest halten.
Nach knapp 30 Minuten heißt es dann für alle hinsetzen. Das Motorboot gibt nun so richtig Gas und fährt ins offene Meer hinaus. Wir machen uns auf die Suche nach Delfinen. Nachdem ich bereits die Hoffnung aufgeben habe, ruft Höni mir plötzlich zu, dass er Rückenflossen gesehen hat. Das Boot fährt in die Richtung der Flossen und plötzlich tummeln mindestens 30 Delfine um unser Boot. Es ist megatoll! Die Delfine springen um uns herum, wir sind einfach hin und weg und quietschen ein bisschen vor Freude 😉
Ich hoffe, die Bilder können euch einen kleinen Eindruck vermitteln, wie toll das Erlebnis für uns war.
Nach circa 2 Stunden auf dem Boot werden wir Grinsebacken wieder an Land gebracht. Wir müssen noch etwa eine Stunde warten bis der Bus kommt. Aber das stört uns nicht weiter, da das Wetter mitspielt. Wir bleiben einfach bis dahin am Strand.
Gegen 17 Uhr sind wir wieder zurück im grauen La Serena. Hier ruhen wir uns aus und Höni organisiert eine neue Unterkunft für unser nächstes Ziel.
Der neue Tag (Mittwoch, der 13.04.2016) ist unser Abreistag aus La Serena. Plötzlich sehen wir die Stadt sogar bei Sonnenstrahlen.
Für einen kleinen Snack zwischendurch finden wir einen hübschen Innenhof. Danach schlendern wir ein bisschen durch die Stadt. Auf dem Weg zum Busbahnhof machen wir einen kurzen Stopp im (kostenlosen) archäologischen Museum. Hier sehen wir echte Mumien, Schrumpfköpfe und eine Moai-Statue der Osterinseln. Am Busbahnhof kaufen wir uns die Tickets nach Antofagasta für den gleichen Abend.
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PINGUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUU !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Und die Delphiiiiiiiiiiiine sind ja auch mal ein Erlebnis! Wunderwunderschön und meine Meinung manifestiert sich zunehmens… der Norden Chiles kommt auf die „TODOinNearFuture“ Liste… direkt nach Südostasien ;))))
Lassts euch weiterhin gut gehen und genießt das traumhaft warme Wetter!
Nen ganz lieben Gruß!!!!! <3
Hach Mela. Ja, wir haben an dich gedacht. Du wärst vielleicht sogar aus dem Boot gehüpft vor Freude ^^
Ganz ganz liebe und pinguinische Grüße zurück ?
Auf jeden Fall ein ganz heißer Tip hier oben! Jetzt musst Du nur noch ein Vermessungsprojekt hier organisieren ?
Genossen wird auf jeden Fall, heute fahren wir in die Wüste…auch mal mit Mietwagen 🙂
Grüße zurück – auch an Christoph!
Und schon wieder so toll geschrieben !! Also habt ihr zwischen den schönen Touren , dem relaxen und dem vielen Alkohol auch noch Zeit zum Schreiben !! Macht weiter so !! Die Bilder übertreffen meine Erwartungen immer mehr (egal ob Landscjaft oder Tiere ) So eine große Gruppe von Delphinen neben dem Boot war bestimmt Atem beraubend !! Um eure Gesundheit müsst ihr euch ja keine Sorgen machen , denn ihr habt ja immer ALOE in der Nähe (Grüße vom Ömchen ) !! Also bleibt gesund und hoch die Gläser auf alle und alles was noch kommt !! PROST
Ja, das mit dem gesund bleiben Dank Aloe Vera ist hier echt kein Problem, bräuchten jetzt nur noch ne 500ml Flasche Carmol Tropfen (falls der Pisco mal leer wird).
Vielen Dank für das Lob! Die vielen tollen Kommentare MUTTI-vieren uns auch immer wieder, so viel Zeit in die Collagen und Beiträge zu stecken!
Fetter Drücker!
Was soll ich dann noch dazu sagen??? Danke für die löblichen Wörter natürlich 😉
Das mit dem Aloe ist wirklich ne tolle Sache. Allerdings wird man auch ganz schön grün, wenn man sich das so in Gesicht schmiert. Da es hier vor UFOs nur so wimmeln soll, hab ich ein bisschen bedenken, dass ich irgendwann weg gebeamt werde! Aber ich glaube die geben mich eh wieder ab ^^
In diesem Sinne: drückerli
Der Sternenhimmel ??? Wahnsinn ???
mir war gar nicht bewusst dass sich die Fauna von Chile und dem pirnaer sportbad gar nicht unterscheidet…Ich durfte auch rooooooobies unter Wasser beobachten…???
ihr zwei seht sooooooo schön erholt aus…Ich würde mal sagen, alles richtig gemacht…???
ich freu mich jetzt schon riesig euch „bald“ zu besuchen…Bis dahin fühlt euch ganz arg gedrückt…???
Krass, und Deine Robis haben auch Flossen, oder? Da müssen wir ja jetzt auf der Weltreise zwei Dinge nachholen: Tauchlehrgang und nen Windsurfschein…Mensch Mensch Mensch. Das wird ne Herausforderung ?
Klingt als würden sich die Urlaubspläne konkretisieren? Cool!
Hauptsache, das Robi macht noch den Moppedschein zwischendrin ?
Mich würde ja mal ein Bild von so einem Robi unter Wasser interessieren. Voller Anmut gleiten die doch durchs Wasser, heißt es…. Wäre da was zu machen??? ?
Ansonstens danke fürs Kompliment. In diese erholten Gesichter haben wir viel investiert: am pool liegen, essen, ausschlafen… Dieser Aufwand wird häufig total unterschätzt ?????
Drückerli
Ich hab euren Beitrag gerade nochmal gelesen und muss schon wieder weinen. Deswegen gibt’s auch kein Trinkspiel heute. Ich seh vor lauter Tränen nichts mehr!
Tolle Fotos!!! Wunderschöne Landschaft! Und Robben! Ich will auch auf einer Robbe chil(l)e(n) … haha (Schenkelklopfer)
PS: Höni! Zieh dein T-Shirt wieder an! Hier laufen doch auch Kinder rum! Mensch!!! 😉
PPS: <3
Da muss ich Dir beipflichten – sieht echt entspannt aus. Da möchte man glatt selbst eine Robbe sein ?
Das oben-ohne Wandern war doch nur ein kläglichen Versuch meinerseits, den schwierigen Spagat zwischen Milchflaschen-weiß und Krebs-rot zu schaffen, da meine Haut aber digital ist und somit nur zwei Zustände kennt ist es vorerst bei Milchflasche geblieben ?
Ohne großes drumherum, wiedermal außerordentlich angenehm zu lesen und sofort inspiriert zu träumen. Danke liebes Annchen.
Ha, diesmal hab ich vorher zum Glück was gegessen bevor ich den Beitrag lese, das ist echt schlimmer als mit leerem Magen einkaufen zu gehen…
Ohje ohje. Da muss ich bei den nächsten Beitragen das Thema Essen wohl ein bisschen reduzieren. Auch wenn es fast eines meiner Lieblingthemen ist…klar. Weiß ja jeder ?